Mit WANZen durch den Abrechnungsdschungel – Modul 11

Die Abrechnung erscheint jungen Hausärzten anfangs wie ein undurchschaubarer Dschungel. Was heißt eigentlich WANZ, RLV, EBM oder DMP? Licht ins Dickicht bringen Hausärzte mit dem Werkzeugkasten-Seminar „Ehrlich gutes Geld verdienen“.

„In der Weiterbildung habe ich über Abrechnung nicht viel gelernt“, berichtet Hausärztin Dr. Sabine Frohnes. Nach und nach hat sie sich selbst das System erschlossen, etwa indem sie Kollegen und KV-Beratern Löcher in den Bauch gefragt hat. Seit ihrer Niederlassung vor vier Jahren hat sie sich immer weiter eingearbeitet: „Inzwischen kann ich selbst erfahrenen Kollegen Feinheiten erläutern, die diese nicht kennen.“ Anfänger stehen erstmal vor einem dichten Dschungel aus Begriffen und Ziffern: Was sind Budgets? Welche gibt es? Was unterscheidet Heil- von Hilfsmitteln?

Damit es angehende Hausärzte künftig leichter haben, hat Frohnes im Forum Weiterbildung des Deutschen Hausärzteverbandes die Seminarreihe „Werk- zeugkasten für die Niederlassung“ mitentwickelt. Die „Basics“ der Abrechnung erklärt sie mit Hausarzt Timo Schumacher in Modul 11 „Ehrlich gutes Geld verdienen“.

Zeit-, Medikamenten- und Heilmittelbudget erklären sie genauso wie die WANZ-Kriterien. Letztgenannte sehen vor, dass Niedergelassene beim Verordnen berücksichtigen müssen, dass eine GKV-Leistung wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig sein muss. Zudem erläutern sie, was es mit Regelleistungsvolumen (RLV), Qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) und extrabudgetärer Vergütung auf sich hat und wo die Vergütung für Vertragsärzte eigentlich herkommt.

Sprechen Sie EBM?

„Man muss das System verstehen, in dem man sich bewegt“, sagt Schumacher. „Man kann auf politischer Ebene versuchen, dieses zu verbessern, gleichzeitig kann man aber lernen, auf der Klaviatur der Abrechnungsbestimmungen bestmöglich zu spielen.“

Das Anliegen der beiden Hausärzte: Jeder soll lernen, ehrlich gutes Geld zu verdienen, also gute hausärztliche Arbeit angemessen vergütet zu bekommen. Dazu muss man die Vokabeln der Abrechnungssprache lernen: Was ist ein Behandlungs-, Arzt- oder Krankheitsfall? Was heißt „nicht neben“? Welche Ziffern sind genehmigungspflichtig, welche schließen sich aus? Warum ist es manchmal günstiger, die eine statt einer anderen Ziffer anzusetzen?

Nach diesem Grundkurs geht es ins Eingemachte: Alle hausärztlich relevanten Ziffern werden thematisch gebündelt besprochen und sortiert. Dazu geben Frohnes und Schumacher Tipps zu Zeilenmakros, Komplexsteuerungen und anderen Computerfunktionen, die die Abrechnung erleichtern. „Benennt Ziffern in der EDV um, so dass Ihr sie versteht“, rät Schumacher, „Ihr könnt Euch auch Erläuterungen oder Ausschlüsse als Gedächtnisstütze dazu schreiben“. Selbst erfahrene Hausärzte profitieren von Abrechnungs-Details und dem Austausch im Seminar.

Das trockene Thema wird auch lebendig, weil es wie alle Werkzeugkasten-Seminare zwei Referenten halten. Das kommt an: „Ich hatte bisher große Angst, überhaupt etwas abzurechnen, aus Sorge meinen Chef in Schwierigkeiten zu bringen“, berichtet eine Teilnehmerin in Köln, die nach langer Kliniktätigkeit neu in einer Praxis angefangen hat. „Diese Angst habt Ihr mir genommen.“

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